Eugen von Mazenod
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Missionsgebet im Juli

Damit das Evangelium Christi zur Wirkung kommt

Ich stamme vom Dorf. Auch wenn ich nun schon länger in Mainz lebe, bin ich eigentlich nie ein Stadtmensch geworden. Städtisches Leben ist mir trotz vieler Annehmlichkeiten immer zu groß, zu unüberschaubar … Andererseits kenne ich Menschen, die sich gar nicht vorstellen können, auf dem Land zu leben. Und mir ist auch klar, dass es besonders die Städte sind, die heute vor allem das Leben und Denken der Gesellschaft prägen.

Bei meinen Reisen in unsere „Missionsländer“ habe ich Städte kennengelernt, die Dimensionen haben, die wir in unseren Breiten kaum kennen: Karatschi hat z.B. 15 Mio. Einwohner, Chennai und Bangalore je 6 Mio. Alle großen Metropolen, die mehr und mehr multikulturell und multireligiös sind, verzeichnen nicht nur ein wirtschaftliches Wachstum, in ihnen wachsen auch soziale Ungerechtigkeit und Armut.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die kirchliche Mission von Anfang an bewusst in den großen städtischen Ballungsgebieten der Welt angesiedelt hat und dort vor allem mit dem Wesenszug ihrer humanitären Hilfe zum Zuge kommt, deren Vorbild Christus selbst ist, der sich immer und ohne Vorbehalte besonders den Armen zuwandte. Diese helfende Hinwendung der Missionsarbeit ist heute vielfältig und ungebrochen einfallsreich. Und immer geht es darum, dass Leben miteinander und füreinander möglich wird, dass Gerechtigkeit, Solidarität und Friedfertigkeit notwendig noch wachsen müssen. Auch wenn Mission dann anscheinend nicht pastoral wirkt, nimmt die Kultur des Evangeliums mitunter ungeahnt aber fruchtbar ihren Einfluss.

Angesichts dessen stellt sich immer auch die Frage: Wo hat das, was ich vom Evangelium Jesu Christi schon verstanden habe, heute Einfluss?

Im Juli beten wir mit dem Heiligen Vater, dass Christen überall, vor allem in den großen Städten, einen Beitrag zur Förderung der Kultur, der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Friedens leisten.

Thomas Klosterkamp OMI