Eugen von Mazenod
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Missionsgebet im Februar

Mission verwirklicht sich in meiner wachsenden Nachfolge Christi

Bei der Nachfolge Christi geht es nicht um schablonenhaftes Nachahmen des Lebens Jesu. Das liegt an der individuellen Verschiedenheit der Menschen, ihrer persönlichen Eigenheiten, ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Prägungen, … Schon der Kirchenlehrer Thomas von Aquin (+ 1274) hat auf die „veritas vitae“, die einmalige Lebenswahrheit jedes Menschen, hingewiesen. Bei der Nachfolge Christi geht es also für alle Getauften darum, auf die je eigene Weise Jesu Gottes- und Menschenliebe in dieser Welt mit dem eigenen Leben darzustellen. Das ist das Kerngeschäft der Mission.

Bei aller Verschiedenheit gibt es unausweichlich gemeinsame Anliegen all derer, die in der Nachfolge Christi stehen. Ein Beispiel: In der lateinamerikanischen Befreiungstheologie hat der Begriff der Nachfolge eine zentrale Bedeutung. Es geht dabei um die Frage, wie sich die Nachfolge Christi in der Situation des in vielen Teilen Südamerikas herrschenden Massenelends verwirklichen lässt. Wer Jesus nachfolgen will, muss sich radikal mit den Armen, Schwachen und Benachteiligten solidarisieren. Die Oblaten in Lateinamerika sind in ihrer Mission vielfältig in diese schwierigen Prozesse eingebunden. Teilweise gehen sie ganz im Leben mit den Armen auf.

Was sind unsere gemeinsamen Anliegen in der Nachfolge Christi? Arme, Schwache und Benachteiligte gibt es ja auch bei uns. Die Caritas wird sich um sie kümmern. – Und wer kümmert sich um die Armen, Schwachen und Benachteiligten in unseren Familien, an unserem Arbeitsplatz, in unserer Schulklasse…? Wenn ich es mit der Nachfolge Christi ernst meine, heißt die Antwort auf diese Frage immer auch: Ich! Dieses Bewusstsein muss unter uns wachsen. Geht es doch dabei auch um die Mission der Kirche und somit um die Frage, wie Gott im Alltag erfahrbar ist.

Im Februar beten wir mit dem Heiligen Vater, dass die Kirche sich in dem Bewusstsein von der eigenen missionarischen Identität darum bemüht, Christus treu nachzufolgen und sein Evangelium unter allen Völkern zu verkünden.

Thomas Klosterkamp OMI