Mission setzt auf das Heil für Leib und Seele
Wer schon einmal ernstlich krank war, der hat seine Genesung vielleicht als „wunderbar“ erfahren. Das Wiedererlangen der gewohnten Lebenskraft war immer schon ein hohes menschliches Gut, das eben nicht selbstverständlich ist. Gesundung ist eben nicht nur geprägt von physischen oder psychischen Funktionsabläufen der Medizin. Der Begriff der „Heilung“ ist daher nicht nur im medizinischen Bereich, sondern vor allem auch im religiösen Bereich von hoher Bedeutung. Eigentlich geht es bei jeder Heilung um körperliche und geistliche Erfahrung.
Voraussetzung ist das Bewusstsein des gläubigen Menschen, der weiß, dass er sein Leben Gott verdankt. In Jesus Christus begegnen wir nicht nur einem besonderen Menschen, der Heilungswunder wirkte, sondern wir begegnen dem Sohn Gottes, der sich uns als Heiland offenbart. Gott sendet seinen Sohn, damit die Welt heil wird. In diesem Geist betreibt die Kirche Mission. Es ist daher gar nicht verwunderlich, dass sich die kirchliche Mission schon immer dem Gesundheitswesen verpflichtet fühlte. Auf klassischen Missionsstationen z. B. in Afrika und Asien finden wir daher heute immer noch das Missionshospital direkt neben der Kirche. Das ist zeichenhaft. Die Botschaft vom Heil will nicht nur die Seele erreichen, sondern den ganzen Menschen.
In unserer säkularisierten Kultur haben wir diese ganzheitliche Dimension des Heilsdienstes oft aus dem Blick verloren. Der Heilsdienst der Kirche ist zuerst Verkündigung der Heilsoffenbarung in Jesus Christus. Er darf aber nicht nur „Seelsorge“ sein. Kirchlich-missionarisches Handeln muss immer „Heilssorge“ sein und den Menschen als Ganzes, d. h. mit Seele und Leib wahrnehmen. Das breite Gesundheitswesen bleibt daher ein privilegierter Ort kirchlicher Mission.
Im Februar beten wir mit dem Heiligen Vater, dass der Herr mit seinem Beistand die Tätigkeit der Mitarbeiter im Gesundheitswesen in den armen Regionen bei der Pflege von Kranken und Armen begleitet.
Thomas Klosterkamp OMI