Am 12. April 2008 starb in Mainz nach kurzer schwerer Krankheit unser Mitbruder Josef Krasenbrink im Alter von 75 Jahren. Seit 54 Jahren gehörte er zu unserer Ordensgemeinschaft und war seit 49 Jahren Priester. Josef Krasenbrink wurde am 20. Februar 1933 im westfälischen Bocholt geboren. Sein Weg mit den Oblaten begann 1947 im Missionskonvikt in Borken, wo er das Gymnasium besuchte. 1953 trat er in das Noviziat in Maria Engelport ein und legte am 25. April 1954 die Ordensgelübde ab. Es folgte das Studium im Bonifatiuskloster in Hünfeld, wo er am 22. März 1959 die Priesterweihe empfing. Zur Vorbereitung auf die ihm zugedachte Aufgabe als Professor der Kirchengeschichte studierte er von 1961 bis 1968 an der Universität Bonn und promovierte zum Doktor der Theologie. Während dieser Zeit war er Wissenschaftlicher Assistent des bekannten Kirchenhistorikers Hubert Jedin. Von 1968 bis 1972 lehrte Pater Krasenbrink an der Theologischen Hochschule in Fulda, siedelte aber 1969 nach Mainz über, wo er unter Beibehaltung seiner Lehrtätigkeit bis 1978 Studentenseelsorger war. Vorlesungen in Kirchengeschichte hielt er auch an den Hochschulen der Pallottiner in Vallendar und der Steyler Missionare in St. Augustin, ebenso im Studienhaus Lantershofen und an der Fachhochschule in Mainz. Seit 1978 gehörte Pater Krasenbrink dem Oblatenkloster auf dem Rochusberg in Bingen an und war Seelsorger an der Rochuskapelle sowie Spiritual der Kreuzschwestern im nahen Hildegardiskloster. Große Verdienste erwarb er sich um die Renovierung der Rochuskapelle, um die Gestaltung der jährlichen Rochusoktav und um die Wiederbelebung lokalen kirchlichen Brauchtums. Die Jahre auf dem Rochusberg waren für Pater Krasenbrink bis zuletzt auch eine Zeit fruchtbarer geschichtlicher Forschung. Zahlreich sind seine Veröffentlichungen zur Geschichte Bingens und vor allem in Bezug auf Leben und Werk der hl. Hildegard von Bingen. Das Oratorium "Hildegard von Bingen" hat Domenico Cipriani nach Texten von Josef Krasenbrink komponiert, wie schon zuvor ein Oratorium zu Ehren des hl. Rochus. Maßgeblich beteiligt war Pater Krasenbrink an der Vorbereitung und Gestaltung des Hildegard-Jubiläums 1998, an der Schaffung des Hildegard-Forums der Kreuzschwestern 1997 und an der Einrichtung des Hildegardmuseums der Stadt Bingen. Immer war er auch Seelsorger. Jemand, der in den Jahren seines Wirkens auf dem Rochusberg eng mit ihm verbunden war, sagt von ihm, wohl auch aus eigener Erfahrung: "Für unzählige Menschen ist er die nachhaltige Persönlichkeit ihre Lebens geworden. Unzähligen Menschen wurde er die rettende Hand in den Tiefen ihres Lebens. Er war stets bereit, sich mit der Kraft seiner religiösen Zuversicht den ihm anvertrauten Menschen zuzuwenden und ihnen Auswege zu zeigen." Für die meisten in seiner Umgebung unerwartet traten im März dieses Jahres bei Pater Krasenbrink gesundheitliche Störungen zutage, die nach einem Monat seinem irdischen Leben ein Ende setzten. Die Beisetzung ist am 17. April 2008 in der Oblatengruft unterhalb der Rochuskapelle in Bingen. Der Herr schenke ihm das Licht des ewigen Lebens. |