Zuspruch in Zeiten der Schwächung und Zeichnung Weihbischof Peters feiert "Welttag der Kranken" im Kloster Engelport
"In der Krankensalbung machen wir ernst mit dem Taufversprechen: im Vertrauen auf Jesus Christus kann ich das Leben so nehmen, wie es mir gegeben ist." Mit diesen Worten hat der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters am 15. Februar im Kloster Maria Engelport in Treis-Karden die Bedeutung des Sakramentes der Krankensalbung erklärt, das er bei einem Gottesdienst in der Kirche des Oblatenklosters kranken und alten Menschen spendete. Anlass war der von Papst Johannes Paul II. 1993 ausgerufene "Welttag der Kranken", den die Katholische Kirche am 11. Februar begeht. Die Krankensalbung sei ein besonderer Zuspruch des Herrn in Zeiten der Schwächung und der Zeichnung durch äußere oder innere Krankheiten, betonte Peters vor rund 200 Gottesdienstbesuchern. "Ich gebe Ihnen besser nicht die Hand, ich will Sie ja nicht anstecken", höre man häufig in diesen Tagen der Erkältungs- und Grippewellen. Keiner wolle sich gerne anstecken, sagte der Weihbischof in seiner Predigt. Früher seien strenge Hygienevorschriften, wie sie in der Lesung nach Levitikus genannt wurden, der einzige Weg gewesen, um Epidemien zu verhindern, Kranke seien sich selbst überlassen worden. Auch heute gebe es eine Angst vor Krankheitserregern, die die moderne Medizin nicht beherrschen könne: ein Thema, das etwa in Kino-Thrillern aufgegriffen würde, in denen dann ganze Dörfer unter Quarantäne gestellt würden, sagte Peters. Doch die Menschen, die das Los einer Krankheit trügen, die in ihr Leben eingebrochen sei, seien von solchen Horrorszenarien oft nicht weit entfernt: die Krankheit mache sie einsam und könne sogar zum Ausschluss aus der Gesellschaft führen. In einer solchen Situation überschreite nun Jesus das religiöse Gebot und die hygienischen Vorschriften, in dem er einen Aussätzigen berühre, erläuterte Peters das Evangelium des Tages. "Jesus weiß, dass auch das Gute, die Gesundheit, die Reinheit, sich übertragen lässt und überspringt." Lachen und Freude stecke an, Mut und Hoffnung ließen sich weitergeben, ermutigte der Weihbischof die Anwesenden. "Der Glaube hat die Kraft überzusp-ringen, wenn er glaubhaft gelebt wird." Jesus wirke ansteckend im besten Wortsinn. So dürften die Menschen sich vorstellen, dass Jesus sie berühre in ihren Fehlern und Verwundungen. "Vertraut darauf, dass er eure Krankheit wenden kann", sagte Peters. Nur durch die Begegnung und die Berührung Jesu gebe es den Weg in das Heil Gottes. Jesus habe im Tod am Kreuz die Folgen der Gottesferne der Menschen getragen: "Das ist unser Glück, unsere Erlösung. Wenn er uns anrührt, werden wir gesund und heil." Gemeinsam mit dem Dechanten des Dekanates Karden-Martental, Pfarrer Ernst-Walter Fuß, und dem Superior des Klosters Pater Werner Pieper OMI spendete der Weihbischof das Sakrament der Krankensalbung. Die Feier des Welttag der Kranken schloss mit einer Prozession und einem Gebet der Gottesdienstgemeinde an der Lourdesgrotte des Klosters. (Text: Homepage des Bistums Trier, 16.2.2009) |