Maria, Stern der Evangelisierung
Unter denen, die im Abendmahlssaal im Gebet verharrten und sich darauf vorbereiteten, in die ganze Welt zu ziehen und das Reich Gottes zu verkünden, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten, befanden sich mit den Aposteln Maria, die Mutter Jesu, und einige Frauen. Sie gehörte also zum ersten Kreis der Urkirche. Von da an folgte sie Schritt für Schritt den Gläubigen auf ihrer Pilgerschaft in die ganze Welt. Auch nach ihrer Aufnahme in den Himmel begleitete ihre betende Gegenwart die werdende Kirche und die Kirche aller Zeiten. Ihre Mission war es, den Glaubensboten aller Zeiten als Fürsprecherin und Helferin allzeit beizustehen.
So stand Maria am Anfang der Kirche und ist bis heute Mutter der Kirche, der sie die Menschen zu allen Zeiten in allen Erdteilen aus allen Völkern, Rassen und Kulturen zuführt. Und das, obwohl sie nicht direkt die apostolische Sendung empfangen hat wie die Apostel, deren Sendung in dem Augenblick begann, als sie im Abendmahlssaal in Jerusalem einmütig im Gebet, zusammen mit einigen Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, verharrten.
So wurde sie sogar zur Mutter der Kirche. "Mit diesem Titel wird die Christusmutterschaft Marias zum Muttersein der Kirche ausgeweitet und gesteigert, wobei freilich Unterschiede nicht übersehen werden dürfen. Die Christusmutterschaft ist eine leibliche wie eine geistige, während das Muttersein mit Bezug auf die Kirche, die Gläubigen und alle Menschen eine geistig-gnadenhafte ist, darum aber eine nicht weniger reale." (Kardinal Leo Scheffzyk, Maria Mutter und Gefährtin Christi, 173.)
Im Mai beten wir mit dem Heiligen Vater, dass die Jungfrau Maria, Stern der Evangelisierung und Apostelkönigin, so wie sie die Apostel in den Anfängen der Kirche begleitet hat, auch heute die Missionare und Missionarinnen mit mütterlicher Liebe leitet.
Josef Metzler OMI